Schuleröffnung in Muna

15. Dezember 2016 · 0

Anfang Dezember wurde die Schule in Muna feierlich und mit vielen fröhlichen Kindern eröffnet. Das hat sich Michaela natürlich nicht entgehen lassen – sie berichtet live:

Mit halbstündiger Verspätung – für nepalesische Verhältnisse kaum der Rede wert – erreichen wir das kleine Dorf Muna, in der Region Tandrang. Gut acht Stunden sind wir von Kathmandu in Jeeps angereist, einmal sogar im Schlamm hängen geblieben. Das Abschleppseil war schnell zur Hand und so ließen wir die  fruchtbar-hügelige Landschaft holpernd im Jeep sitzend an uns vorüber ziehen. Wir, das sind Ernst Dullnigg und Karin Scheele von den Naturfreunden Niederösterreich, John Matthews von Children of the Mountain mit seinen beiden nepalesischen Mitarbeitern, Christine, Rosemarie, Peter und ich aus Österreich. Zwei Tage verbringen wir gemeinsam in Tandrang, um die Kindergärten und Schulprojekte der Hilfsorganisation Children of the Mountain zu besuchen. Lernen dabei ein Stück nepalesischer Kultur und viele wundervolle Menschen kennen. Nach 2 Schuleröffnungen, 1 Spatenstich und dem Besuch weiterer Schulen und Kindergärten bin ich bestärkt, motiviert und dankbar, dass wir als 24 Stunden für Nepal-Gemeinschaft einen Beitrag zur Ausbildung und Zukunft der Kinder Nepals leisten können!

In Muna scheint es, als ob sich das ganze Dorf im kleinen Schulhof versammelt hat. Alle,  kleine Kinder mit deren Eltern, Dorf-Älteste und regionale Politiker haben auf unsere Ankunft gewartet. Durch den blumengeschmückten Willkommensbogen hindurch sehen wir schon die neugierigen, aufgeregten und staunenden Gesichter der Kindergartenkinder und SchülerInnen. Der Spatenstich zum Schulbau erfolgte bereits im April 2016. Anfang Dezember sollte nun die Schule feierlich eröffnet werden. Der um eineinhalb Monate länger andauernde Monsun verzögerte jedoch die Bauarbeiten. Dies tat der Eröffnungsfeier allerdings keinen Abbruch – auch ein fenster- und türenloses Gebäude kann gefeiert werden 😉 Der Polier der Baustelle versicherte uns, dass die Schule in gut einer Woche fertig gestellt und noch dieses Jahr in Betrieb gehen wird.

Von unseren „sonnenbrandgefährdeten“ Gästeplätzen aus verfolgen wir die zweistündige Eröffnungszeremonie nicht weniger aufgeregt und neugierig wie die Kinder und Einwohner des Dorfes. Die Begrüßungsrituale mit überdimensionaler Tika auf der Stirn, Blumenkette, Gebetsschal und mehrere (längere) Ansprachen der Dorf- und Regionalpolitiker nehmen ausreichend Zeit in Anspruch. Dann folgt die feierliche Eröffnung der Schule, die Kinder singen und tanzen mit voller Begeisterung. Gemeinsam mit Karin und Ernst darf ich stellvertretend für unser 24 Stunden für Nepal Gemeinschaft die Eröffnungsschleife durchtrennen – ein sehr schöner und bewegender Moment, für den ich sehr dankbar bin! Zum Abschluss überreichen wir den geduldigen Kindergartenkindern und Schülerinnen ihre reichlich mit Schulheften, Schreib- und Malstiften und Lesebüchern befüllten Schulrucksäcke und neue Schuluniformen. Da wird bestaunt, verglichen, herumgezeigt und gestrahlt – dieser wunderschöne Moment lässt sich kaum in Worte fassen …

In den nächsten Tagen besuchen wir weitere Schulprojekte, eröffnen, heben die Schaufel beim Spatenstich, nehmen auch das Elend von Schulen, die durch das Erdbeben zerstört wurden, in Lokalaugenschein. Dabei  wird einmal mehr deutlich: Eine langfristige und kontinuierliche Unterstützung der Kinder Nepals kann nur durch die Unterstützung und Zusammenarbeit vieler Menschen gelingen! Ein riesengroßes Dhanyabad und Dankeschön an dieser Stelle nochmals den vielen zahlreichen Wanderern, Freunden und Sponsoren der 24 Stunden für Nepal. Wir sind bestärkt, motiviert und voller Tatendrang, um auch weiterhin als 24 Stunden für Nepal Gemeinschaft einen Beitrag für die Kinder Nepals zu leisten!

Ein paar Fakten zur Schule in Muna und zur Arbeit von Children of the Moutnain: 4 Klassen für ca. 30 Kinder im Alter zwischen 3 und 10 Jahren; 4 LehrerInnen unterrichten die Kinder in den Fächern Mathematik, Wissenschaft, Nepali und Englisch. Children of the Mountain kümmert sich neben dem Bau von Infrastrukturen auch um die Ausbildung der LehrerInnen. Mentoren-Programme für die LehrerInnen und Kinder, sowie der Ansatz „girls first“ stehen dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Lernen und Lehren soll Spaß und Freude bereiten – den Kindern und den LehrerInnen gleichermaßen!

Mit diesem guten Bericht wünschen wir euch ein frohes Weihnachtsfest, viel Freude und wertvolle Begegnungen auch im nächsten Jahr.

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